Gesellschaftliche Transformationen verändern, wie wir leben, wirtschaften und unsere Zukunft gestalten. Der Umbau von Energie- und Infrastruktursystemen, der Wandel industrieller Strukturen und die Bewältigung ökologischer Krisen werfen dabei grundlegende Fragen auf: Wie können Veränderungen nachhaltig gestaltet werden? Wie lassen sich unterschiedliche Interessen und Wissensbestände einbeziehen? Und unter welchen Bedingungen entstehen tragfähige und demokratisch legitimierte Lösungen?
Die Forschungsgruppe Partizipation und Transformation untersucht, wie Nachhaltigkeitstransformationen entstehen, welche Dynamiken sie prägen und wie sie gestaltet werden können. Im Zentrum steht das Zusammenspiel von Innovation und Exnovation: Wie entstehen neue Lösungen und Entwicklungspfade, und unter welchen Bedingungen werden bestehende Strukturen verändert oder abgelöst? Wir betrachten Transformationen dabei nicht als lineare Prozesse, sondern als komplexe Entwicklungen, die durch das Zusammenwirken gesellschaftlicher Akteure, institutioneller Rahmenbedingungen und sozio-technischer Systeme geprägt werden.
Im Zentrum unserer Forschung stehen Governance, Partizipation, Legitimation, Gerechtigkeit und Akzeptanzbildung sowie deren Wechselwirkungen mit sozialen, institutionellen, räumlichen, ökonomischen und materiellen Strukturen. Wir untersuchen, wie Transformationsprozesse gesteuert und ausgehandelt werden, wie unterschiedliche Interessen und Wissensformen in Entscheidungen einfließen und welche Rolle Macht- und Verteilungsverhältnisse dabei spielen. Dabei betrachten wir sowohl lokale Akteurskonstellationen als auch übergeordnete institutionelle und systemische Zusammenhänge, um zu verstehen, wie sich Transformationsdynamiken gegenseitig verstärken, begrenzen oder verändern.